Cochemer Highlights

Knippmontag - der Cochemer 'Nationalfeiertag'

Termin 2017:
Montag, 24. April
Termin 2018:
Montag, 09. April

Am Montag, den 24. April 2017, feiern in Cochem an der Mosel die Einheimischen wie jedes Jahr ihren Cochemer „Natio­nal­fei­er­tag”, den Knippmontag.

Mehr als 40.000 Ritterburgen soll es im deutschen Sprachraum gegeben haben. Sie waren Stütz­punk­te der Mächtigen. Sie sollten Truppenbewegungen im Lande melden und kleine Gefechte selbst führen, bis die Landesherren ausreichend Truppen zum Kampf verfügbar hatten.

Im Mittelalter vereitelte der Legende nach ein Burg­knecht einen geplanten Handstreich auf die Burg. Er wollte an einem „weißen Sonntag” (1. Sonntag nach Ostern) auf die Höhe in das Dorf Faid reiten, um seine Liebste zu besuchen, entdeckte bewaffnetes fremdes Volk und erfuhr von einem geplanten Angriff auf die Burg Cochem. Der Knecht galoppierte schnurstracks zurück zur Burg und schlug Alarm. Die Burgmannen rüsteten zur Vertei­di­gung. Als am nächsten Morgen der Haufen Franzosen die Burg angriff, holte er sich blutige Köpfe und zog eiligst ab.


Der Burgherr war den Mannen dank­bar für ihre Wach­sam­keit und Tap­fer­keit, gab dienstfrei und bestimm­te den Montag nach dem „weißen Sonntag” zu einem Feiertag für alle Zeit für Burg und Stadt.

Die Cochemer Bürger ziehen mit Körben voller Essen und Krügen voller Wein zur „Knipp”-Wiese oberhalb der Burg, wo sich die Angreifer bereitgestellt hatten. Sie trinken, essen, singen, feiern in geselliger Runde, der Musiverein spielt auf und das junge Volk holt nach, worauf der Burgknecht und seine Liebste damals in Faid verzichten mussten.

So feiern sie seit Jahrhunderten ihren „Nationalfeiertag” - seit dem Wiederaufbau der Reichsburg 1870 als „Knippmontag” an der heutigen Stelle, davor als „Schlossmontag” auf der
Cochemer „Knipp-Bummes”.

„Osterwiese” am Burgberg. Das Fest, welches Alteingesessene bei Wind und Wetter feiern, erfreut sich jährlich zahlreicher Teilnehmer aller Altersgruppen. Mit Rucksack bepackt und mit Picknickdecke ausgerüstet, wandern sie an der Reichsburg vorbei zur Knippwiese. Junge Familien mit kleinen Kindern ebenso wie rüstige Rentner. Noch bevor die Wanderer die Wiese erreichen, sind die Bläser des Musikvereins zu hören. Jeder tradi­tions­be­wuss­te Cochemer hat seinen eigenen, „Knipp-Bum­mes” - natürlich gefüllt mit köstlichem Moselwein - und einige Oster­eier dabei: zum „Eier-keppe”. Der Bummes - oft ein seit Gene­ra­tio­nen vererbter Fami­li­en­schatz - ist meist mit dem Namen seines Eigentümers verziert und als Verschluss dient traditionell eine Mohrrübe. Jeder ist ein Unikat und wird von seinem Besitzer gehütet wie ein Augapfel.
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